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Thema: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

  1. #1
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    Standard wie die Angst das ganze Leben auffrisst


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    Hallo,

    in den Fäden hier gehts ja meistens um die direkten Syptome (Angstgefühle, Panikattacken etc) aber was ich eigentlich viel relevanter finde, ist der rote Faden dahinter, zumindest ist das bei mir so.

    Als Nebeneffekt der Angst (oder auch der Angst vor der Angst) hat man ja häufig einen ängstlich-vermeidenden Lebensstil, wird immerzurückgezogener, meidet alles mögliche, und das führt zu Unglück und Depression.

    Wenn ich zurückdenke dann ist es in der Tat so, dass fast alle längeren depressiven Phasen, die ich hatte, der Angst geschuldet waren. Frustriert gefangen in Lebenssituationen, aus denen ich mich (teils jahrelang) nicht befreien konnte, weil ich mich dann irgendwas hätte stellen müssen, was ich mich nicht getraut habe. und so bin ich frustriert in der Situation geblieben.

    Letztlich bin ich mittlerweile, was die mentalen Kräfte angeht, nur noch ein Schatten dessen, was ich vor ca 20 Jahren war, und die Ursache dafür ist klar.

    Habt ihr auch ähnliche Erfahrungen gemacht?

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

    Mir geht es da glaub eher anders. Ich habe die letzten Jahre ständig Dinge gemacht die andere erwartet haben oder weil ich Anerkennung wollte
    Gerade mache ich, auch wegen der Angst oder durch die Angst, nur noch das was ich will.
    Bei manchen Dingen frage ich mich noch ob ich wegen Angst verzichte oder weil ich echt nicht will. Aber meist spüre ich eine Wut wenn ich etwas aus Angst nicht mache.

  3. #3
    Mod i.R. Benutzerbild von Lutz
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

    Mit 20 ging es los, dann 30 Jahre Qual, dann ging es wieder aufwärts, jetzt lebe ich in Frieden mit der Angst.
    Habe ja schon oft geschrieben, wie es lief.

    Eines der wichtigsten Dinge ist das unbedingte M U S S aus seinem Leben und aus sich selber herauszubekommen.
    Dann wird es viel leichter, denn wer treibt die Angst eigentlich an - jeder für sich selbst.
    Liebe Grüße
    Lutz

    Nur wer alle Blickwinkel prüft, weiss, welcher der richtige ist.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

    Lutz wie meinst du das? Das MUSS herausbekommen?

  5. #5
    Administrator Benutzerbild von Lunie
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

    Mir geht's ähnlich wie Lutz.
    Wenn ich was machen MUSS, dann fühle ich mich gestresst, weil ich MUSS das erledigen, egal wie es mir geht.

    Anders ist es bei KANN Dingen. In meiner ganz schlechten Zeit hat es mir sehr geholfen, wenn mein Mann sagte: "Du MUSST heute nicht einkaufen, das KÖNNEN wir auch morgen machen. Also war das "ich MUSS" aus meinem Kopf raus und ich konnte entspannt "heute" einkaufen.

  6. #6
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

    Seit einröb das geschrieben hat denke ich über mein MUSS nach. Und ich glaube es belastet mich auch. Weil ich ja durch das müssen ständig in Situationen komme, die mir Angst machen.

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von einröb
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

    Gedankengebrummsel um das Muss

    Ich stehe in der Schlange an der Kasse an.
    Warum muss ich dableiben? Weil ich ansonsten mir sagen müsste ich gehe da weg und andere würden es sehen, dass ich weggehe. Und ich müsste mir eingestehen ich habe eine Störung ich kann ohne inneren Stress nicht länger bleiben.
    Wäre keine Schlange da gäbe es kein Muss

    Ich gehe zu einem Fest. Ich muss dann eine bestimmte Zeit dortbleiben. Warum? Weil ich mir ansonsten sagen müsste ich habe eine Störung ich kann ohne inneren Stress nicht länger bleiben.

    Ich gehe wieder arbeiten obwohl ich noch nicht fit bin. Bin ich erst einmal da meine ich muss bleiben. Warum? Auch hier

    Außenbild vor Dritten
    Eingestehen, dass ich eine Störung habe.


    Was dahinter steckt ist vermutlich bei jedem etwas anders.

    Bei mir ist es die totale Abneigung gegen ein Muss. Vermutlich gestärkt durch die Situation vor meinem BO. Aber einiges mehr
    Meine Empathie ist groß, ich habe gern mehr Abstand.
    Meine Dissoziationsfähigkeit ist gering. Krimis kann ich nicht schauen.
    Meine Persönliche Haltung strebt immer nach Freiheit. Entsprechend behandele ich dritte.
    Der Zeitgeist kennt nie da gewesene Terminflut. Früher hätte es viele Muss gar nicht gegeben.
    Ok, da ist auch die Angst nicht gut genug zu sein – die soziale Phobie als ein Punkt
    Ok, da ist auch eine Gewohnheit, dass Muss mit Angst macht
    Ok, da ist auch dass ein Vermeiden von Muss, Rückzug bedeutet. Rückzug ganz schlecht, Depression die Folge … das ist so Modemeinung z.Z.
    Alles geht nur in Gruppen und alles mit Terminen. Wehe dem der die Muster seiner Mussallergie nicht besiegt. Der wird sehr krank und sein Risiko zu sterben steigt.

    Aber, nicht jeder ist ein Gruppenmensch. Die besten Songs die größten Erfindungen werden nicht in Gruppen gemacht.

    Wer eine dreitägige Busfahrt nach Rom nicht machen ist nicht lebensgefärdert.
    Man stelle sich mal vor. Durch eine Katastrophe würden ganz viele Menschen sterben. Der Nächste Nachbar wäre 1000 km weg.
    Wer hat dann ein größeres Problem.
    Der Bustourist der Menschen um sich braucht oder der der alleine gut klarkommt, denn dass er jetzt sehen MUSS wie er an was zu essen kommt, dass ist für ihn kein Problem. Hauptsache keiner da.

    Ok, da ist schon was Spezielles das der andere so stört aber mal egal

    Einröb

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von einröb
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

    Obigen Beitrag habe ich wegen diesem hier geschrieben

    Zitat Zitat von nachtschichthh Beitrag anzeigen
    Hallo,

    in den Fäden hier gehts ja meistens um die direkten Syptome (Angstgefühle, Panikattacken etc) aber was ich eigentlich viel relevanter finde, ist der rote Faden dahinter, zumindest ist das bei mir so.

    Als Nebeneffekt der Angst (oder auch der Angst vor der Angst) hat man ja häufig einen ängstlich-vermeidenden Lebensstil, wird immerzurückgezogener, meidet alles mögliche, und das führt zu Unglück und Depression.

    Wenn ich zurückdenke dann ist es in der Tat so, dass fast alle längeren depressiven Phasen, die ich hatte, der Angst geschuldet waren. Frustriert gefangen in Lebenssituationen, aus denen ich mich (teils jahrelang) nicht befreien konnte, weil ich mich dann irgendwas hätte stellen müssen, was ich mich nicht getraut habe. und so bin ich frustriert in der Situation geblieben.

    Letztlich bin ich mittlerweile, was die mentalen Kräfte angeht, nur noch ein Schatten dessen, was ich vor ca 20 Jahren war, und die Ursache dafür ist klar.

    Habt ihr auch ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Die entscheidende Stelle finde ich ist wieder das muss. Vielleicht liegt der Fehler aber darin das das was man dachte was sein soll nicht passt.

    Ich komme immer wieder zu dem einen Punkt
    Ist die Angst die ich empfinde nur eine krankhafte Störung oder ist sie ein wervolles Signal unseres Unbewußten, dass mir sagt, dass das was ich gerade machen nicht zu uns passt.

    Vielleicht nicht immer aber oft

    Einröb
    Geändert von einröb (28.12.2017 um 22:45 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst

    Hm.. ich sehe, ein zwiespältiges Thema.

    Ich kenne es auch, dass ich Erwartungen anderer spüre, auch bei Dingen die aus Angstgründen nicht oder nur schlecht gehen, und ich mich deswegen unter Druck und gestreßt fühle und irgendwann kam dann auch bei mir so ein "halt stopp, wieso eigentlich"-Punkt, warum kann ich denn nicht tun, was ICH will (und damit auch legitimerweise aus Angstgründen Dinge vermeiden), aber das habe ich dann in der Tat auch in den Griff bekommen - ich meine, Abgrenzen und nicht für andere Verausgaben (bzw deren vermeintliche Anforderungen) ist sicher einer der Hauptgründe für Angststörungen, Depressionen und Burnout - in der Tat "darf" man auch "aus Angst" Dinge verweigern.

    Allerdings hab ich den Punkt mittlerweile wohl größtenteils hinter mir und daher hatte ich dieses Thema nicht so aufm Zettel, als ich den Beitrag geschrieben hab.

    vielleicht ist das ein erster wichtiger schritt - halt stopp sagen, Grenzen ziehen und sich das Recht rausnehmen, nach eigenen Wünschen zu handeln.

    Allerdings halte ich es nicht für sinnvoll, sich als bequeme Position dann auf diesem Zustand auszuruhen.

    Ich stehe in der Schlange an der Kasse an.
    Warum muss ich dableiben?
    Ich muss nicht dableiben. Ich kann auch wieder gehen, auch aus Angstgründen, es ist keine Schande. Allerdings stehe ich deswegen da an, weil ich bestimmte Dinge kaufen möchte, und wenn ich da nun angstbedingt kneife, macht die Angst hier schlichtweg mein Leben umständlicher.

    Ich gehe zu einem Fest. Ich muss dann eine bestimmte Zeit dortbleiben.
    Das kenne ich auch gut. Auch hier ist es keine Schande zu sagen, man fühlt sich nicht so wohl und möchte gehen. Aber vielleicht würde ich ja eigentlich gerne länger bleiben, weil es an sich nett ist?

    Ein Thema bei mir waren meetings im Büro und mit/bei Kunden. Ganz übel, jahrelang gekniffen. Auch hier dieser "halt stopp, wieso eigentlich?"-Punkt. Wenn ich einen Job ohne Meetings und Geschäftsreisen will, ist es mein gutes Recht, dies auch zu formulieren und zur Bedingung für eine Mitarbeit zu machen. Das war allerdings auch nur die halbe Wahrheit, denn in Phasen, wo Meetings möglich waren, muss ich gestehen dass mir das alles eher Spaß gemacht hat und das Fehlen der entsprechenden sozialen Kontakte gar nicht so gut tut. In der Regel war es eher inspirierend.

    Man muss sich wohl wirklich selber gut kennen um festzustellen wer man ist, und was man selber will, und was für einen gut ist. Wenn man so ist wie einröb sich beschreit dann ist es wohl besser, auf die innere Stimme zu hören und mehr Distanz zu halten. Aber man sollte sich auch nicht in die eigene Tasche lügen.

    Die krankhafte Angst ist KEIN guter Indikator, kein Freund, sondern ein Feind. Die normale Angst ist natürlich genau dieser Indikator - das is ja genau ihre eigentliche, ursprüngliche Funktion (uns vor Verhaltensweisen schützen, die uns schaden).

    Vermeidung führt in die Tat in die Depression, das ist nicht nur eine Modemeinung, allerdings ist die Frage, wann sie denn eigentlich vorliegt. Wenn man etwas nicht tut, was man theoretisch "muss", aber halt wirklich im innersten absolut nicht will, ist das möglicherweise eher gesund-egoistische Abgrenzung.

    Mir scheint, (fehlen von) gesundem Egoismus und Abgrenzung ist hier ein großes Thema? Aber wie gesagt, ists und wars bei mir ja auch und ist sicher einer der Hauptgründe für "unsere" Störung.

    Man sollte sich vielleicht fragen "wie will ich WIRKLICH leben und was hindert mich daran". Sich zu sagen "ich will so leben, dass ich mich nicht mit meinen Ängsten konfrontieren muss", kommt mir dabei zu kurz gedacht vor.
    Geändert von nachtschichthh (29.12.2017 um 02:15 Uhr)

  10. #10
    Mod i.R. Benutzerbild von Lutz
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    Standard AW: wie die Angst das ganze Leben auffrisst


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    Muss - bedeutet irgendwie Ausweglosigkeit. Das macht dann Situationen so stressig.

    Kann - lässt immer Optionen offen und wird dadurch entspannter ausgelebt.

    Es ist also auch eine Frage, wie man an die Dinge herangeht und sich solchen Situationen ausliefert.

    Natürlich gibt es tatsächlich Mussitationen, die man nicht umgehen kann.

    Da helfen andere Strategien.
    Liebe Grüße
    Lutz

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