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Thema: Mein Weg zur EM Rente

  1. #1
    Administrator Benutzerbild von Lunie
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    Standard Mein Weg zur EM Rente


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    Ich bin schon länger erkrankt, seit 1987. Ich war damals längere Zeit krank geschrieben und war auch in der Tagesklinik.
    Nach der Entlassung ging ich wieder arbeiten, was auch relativ gut klappte. Begleitend machte ich auch eine ambulante Therapie.

    Im Jahr 2008 verschlimmerte sich mein Zustand, sodass ich nicht mehr fähig war meiner Arbeit nachzugehen. Ich wurde krank geschrieben. Nach einiger Zeit bekam ich eine Einladung zwecks Untersuchung beim MDK (medizinischer Dienst der Krankenkasse), meine Arbeitsunfähigkeit sollte überprüft werden.

    Der MDK bestätigte meine Arbeitsunfähigkeit, bestand aber darauf, dass ich entweder in eine Klinik gehe oder eine Reha antrete.
    Ich entschied mich für die Klinik und war 9 Wochen in stationärer Behandlung. Wurde wieder arbeitsunfähig entlassen.
    Die Krankenkassen forderte mich auf einen Reha Antrag bei der DRV (Deutsche Rentenversicherung) zu stellen.

    Ich stelle den Antrag und bald darauf habe ich 8 Wochen in einer psychosomatischen Reha Einrichtung verbracht, aus der ich wieder arbeitsunfähig entlassen wurde.

    Ich entschied mich aber trotzdem arbeiten zu gehen und machte mit meinem Neurologen zusammen einen Plan zur stufenweise Wiedereingliederung ins Berufsleben.

    Die Wiedereingliederung gelang, doch als ich wieder meine vollen Arbeitsstunden leistete, merkte ich, dass es nicht lange gut gehen würde.

    So war es dann auch. Nach ca. 6 Monaten ging es mir so schlecht, dass ich wieder krank geschrieben wurde.

    Das Ganze ging dann wieder von vorne los: MDK - arbeitsunfähig. Wieder in die Klinik, diesmal nur 4 Wochen - arbeitsunfähig entlassen.

    Die Krankenkasse teilte mir mir, dass ich bald ausgesteuert werde ( (78 Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb von 3 Jahren wegen derselben Erkrankung).

    Ich stellte einen EM (Erwerbsminderungsrente) Antrag.

    Parallel dazu meldete ich mich bei der AfA (Arbeitsagentur für Arbeit, Arbeitsamt) arbeitslos. Das muss man frühzeitig machen, denn wenn man ausgesteuert wird gibt es kein Krankengeld mehr, die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse wird beendet. (man ist also nicht mehr krankenversichert)
    Ich bekam ALG1 nach § 145 Abs. 1 SGB III.

    Kurze Zeit später bekam ich von der DRV einen Termin zur Begutachtung meiner Arbeitsfähigkeit. Dieser Termin fand ich Haus der DRV statt.
    Die "Untersuchung" dauerte 20!! Minuten...
    Schon 4 Tage später bekam ich Bescheid - Ablehnung!

    Ich habe sofort ein formloses Schreiben aufgesetzt und Widerspruch eingelegt mit der Bitte um Kopien des Gutachtens und der Mitteilung, dass die Begründung des Widerspruchs nachgereicht wird sobald ich Einsicht in das Gutachten habe. Dazu habe ich mir Hilfe bei dem Sozialverband VDK gesucht.

    Dort wurde mir geraten ein aktuelles Attest meines Facharztes zu besorgen. Dieses wurde mit einer ganz kurzen Begründung zur DRV geschickt. (das Wesentliche und Wichtige stand im Attest meines Arztes)

    Ein paar Wochen später bekam ich erneut einen Termin zu Begutachtung. Diesmal bei einem niedergelassenen Arzt.

    Diese Begutachtung lief ganz anders ab als die erste und dauerte über 2 Stunden.

    Ca. 2 Monate später bekam ich Post von der DRV - Rente wegen voller Erwerbsminderung auf Zeit würde mir für 3,5 Jahre bewilligt.

    Ein halbes Jahr vor Ablauf der Frist stellte ich einen Antrag auf Weitergewährung der EM Rente. Die EM Rente wurde ohne Gutachter für weitere 3 Jahre weiter bewilligt.

    Den zweiten Weiterbewilligungsantrag habe ich vor Kurzem gestellt und bekam sehr schnell bescheid, wiederum ohne Gutachter.

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von einröb
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    Standard AW: Mein Weg zur EM Rente

    Hallo Steffi,
    danke für deinen interessanten Beitrag. Ich habe ihn gern gelesen. Kannst du schreiben was dir das Arbeiten unmöglich machte?

    hG
    einröb

  3. #3
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    Standard AW: Mein Weg zur EM Rente

    Ich habe eine Arbeit mit viel Menschenkontakt gehabt. Ich musste auch 3-4x im Jahr reisen.

    Das arbeiten mit der Angststörung ging relativ gut. Als aber die Depression dazu kam fiel es mir unendlich schwer überhaupt zur Arbeit zu gehen. Kein Antrieb, Interessenlosigkeit, körperliche Schwäche, der Schwankschwindel war immer präsent, ich konnte mich auf nichts konzentrieren.
    Mir war alles egal, ich wollte nur meine Ruhe.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von einröb
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    Standard AW: Mein Weg zur EM Rente

    Danke für deine Antwort, Steffi

    fG
    einröb

  5. #5
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    Standard AW: Mein Weg zur EM Rente

    Hallo Ihr,
    ich würde mich gerne in diesen älteren Beitrag einklinken.

    Ich vermute, dass es im Jahr 2017 nahezu keine Chance mehr gibt eine entsprechende Rente zu erhalten. Ich bin nun 55 Jahre alt, habe über 35 Jahre brav gearbeitet - von den letzen 5 Jahren auch über 3 Jahre - aber die Psyche spielt nicht mehr mit, wohl auch dadurch behindert weil alle Bewegungsabläufe durch die desolate Hüfte langsam oder gar nicht gehen und das Auto fahren auch um ein vielfaches schwerer geworden ist.

    Ich will jetzt mal beginnen einen neuen Hausarzt für mich zu gewinnen und Fachärzte wie Orthopäde (Chirurg, Belegarzt des regionalen Krankenhauses ist bereits in die Dokumentation meiner Hüfte(n) involviert und hat nach Fehlbehandlung der Hausärztin die Verantwortung für die Weiterbehandlung übernommen) oder Psychologe/Neurologe (gibt es zwei!!!! hier im 50-km-Radius, das kann also mit dem Termin lange dauern.....) aufsuchen um überhaupt einmal alles dokumentiert zu haben.

    Ich bin derzeit in Arbeit und würde diese auch nicht riskieren. Aber ich denke es geht vielen so: Jahresverträge. Sollt der dann nicht verlängert werden, so wird es dann Zeit endlich mich wieder herzustellen - was ich natürlich auch neben dem Job versuchen werde; auch wenn ich noch nicht weiß, wo die Kraft dazu her kommen soll....

    Lieben Gruß von Katzenstube

  6. #6
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    Standard AW: Mein Weg zur EM Rente

    Warum soll es nicht möglich sein eine EM Rente zu bekommen? Hast du einen Schwerbehindertengrad? Es heißt immer, das sei nicht ausschlaggebend für eine Erwerbsminderungsrente, jedoch wird immer im Antrag danach gefragt.
    Klar ist es gut, wenn man einen Arzt hat der die Krankheit und die Beeinträchtigungen attestiert - aber das nützt nicht immer was - wie ich schrieb, wurde mein erster Antrag abgelehnt. Letztendlich entscheidet eh der Gutachter und wenn dieser gut ist, lässt er sich sehr viel Zeit bei der Begutachtung.
    Du bist doch schon früher in Behandlung gewesen, Katzenstube. Das kannst du doch angeben. Die DRV beschafft sich schon die Informationen die sie braucht.
    Und jetzt noch deine Hüfte.. ich denke das muss für einen Erwerbsminderungsantrag reichen.
    Es kann allerdings sein, dass man dich vorher zur Reha schickt (Reha vor Rente) - wirst du dort als arbeitsunfähig eingestuft, wird der Antrag zur EM Rente umgewandelt und auch genehmigt.

  7. #7
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    Standard AW: Mein Weg zur EM Rente

    Hallo Steffie,
    ich besitze keinen Schwerbehindertengrad.

    Die Hüften habe ich noch nicht operieren lassen. Lt. Chirurgen wären beide fällig. Solange ich aber noch einen Arbeitsplatz habe, versuche ich durchzuhalten. Zumal ja auch künstliche Hüften nur rund 15 Jahre durchhalten. (Auch müsste ich erst regeln, wie meine Streunerkatzen versorgt werden würden, wäre nicht einfach bei OP im Krankenhaus und anschließender Reha.

    Bei der alten Arztpraxis sind die latenten Rückenschmerzen und Akkupunkter - bedingt durch Job in der Pflege vorhanden. Bei dem Chirurgen die Informationen über die desolate Hüfte und die falsch behandelte Entzündung in der Hüfte. Eine alte Burnout-Erkrankung und der Ausfall sind ebenfalls dort dokumentiert. Das hat ja dann die Krankenkasse (die alle die Jahre gleich blieb) so und so vor sich.

    Ich gehe davon aus, dass mein Jahresvertrag nicht verlängert wird. Sofort nach Kündigungseingang würde ich dann daran gehen den Hüftschmerzen an den Kragen zu gehen - im Norfall durch OP. Aber ganz ehrlich: ich kenne sehr viele Fälle, wo eine solche OP schief gegangen ist, und deshalb möchte ich das alles versuchen zu verzögern. Diese böse Entzündung, die ich in der Hüfte habe, dauert zum ausheilen oftmals ein Jahr wurde mir gesagt. Und ich hoffe sehr, dass sich eine OP vielleicht sogar verhindern lässt.

    Ich bin auch zur Sicherheit gleich in den VDK eingetreten da ich mir vorstellen kann, dass noch einiges auf mich zukommt....

    Lieben Gruß von Katzenstube

  8. #8
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    Standard AW: Mein Weg zur EM Rente


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    VDK ist sehr gut Kann man immer mal gebrauchen.

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